Schildkrötenarten

Vierzehenschildkröte


Vierzehenschildkröte (Testudo horsfieldii)



Die Vierzehenschildkröte (Testudo horfielldi) , ist eine Landschildkröte und in ihren Herkunftsländern wie z.B. Kasachstan, Usbekistan, Iran wird sie auch Steppen – oder russische Schildkröte genannt kommt aus Südostasien. 1844 wurde diese Landschildkrötenart von John Edward Grey entdeckt. Aufgrund der Panzerform wird sie im englischen Sprachraum „Pfannenkuchenschildkröte“ genannt. Da die griechische Landschildkröte einer Ausfuhrsperre unterliegt, wird die Vierzehenschildkröte als Ersatz zu Tausenden importiert. Sie steht auf Liste zwei des Washingtoner Artenschutzabkommens. Sie benötigt einen EU Herkunftsnachweis und ist meldepflichtig bei den Behörden – aber kostenlos zu halten.



Aussehen

Die Vierzehenschildkröte hat einen flacheren Panzer als alle ihre anverwandten Arten, der Rückenpanzer hat eine kreisrunde bis ovale Form und ist gelblich, Oliv, braun mit dunklen Flecken. Sehr alte Tiere können auch fast schwarz wirken. Die Weichteile sind gelb – braun gefärbt. Die Beine dieser Schildkrötenart haben immer nur vier Zehen. Die Männchen werden ca. 15 cm groß, die Weibchen ca. 25 cm. Das Gewicht pegelt sich bei 0,5 bis 2 kg ein. Man kann diese Art relativ leicht einordnen, da die Männchen einen ovalen Bauchpanzer haben genauso wie einen längeren und dickeren Schwanz.



Haustierhaltung

Die Vierzehenschildkröte benötigt genauso wie ihre verwandten Landschildkröten optimaler Weise ein Gewächshaus, das auch beheizbar sein sollte, Wärmelampen – da es in ihrer natürlichen Umgebung tagsüber bis zu 40 Grad Celsius werden kann und ein Freigehege. Das Freigehege sollte so angelegt sein, dass sich die Schildkröte möglichst eingraben kann, denn dort schützt sich diese Art gegen die Tageshitze in ihrem natürlichen Lebensraum. Ebenso sollten sie auf dem Gelände Schattenspendende Büsche gepflanzt werden und sonnige Ecken für ein Sonnenbad, das jede wechselwarme Reptilienart für den Stoffwechsel braucht. Wichtig ist, das Freigehege Ausbruchssicher zu machen, da diese Schildkröten gerne und viel graben. Diese Schildkrötenart hält ebenfalls eine Sommerruhephase ein. Durch ihren in der Natur extremen Lebensraum ist die Vierzehenschildkröte enorm anpassungsfähig.



Winterstarre

Neben der Sommerruhe hält die Vierzehenschildkröte auch eine Sommerruhe ein. Richtig aktiv ist sie demnach meist im Frühjahr, März bis Juni. Im Herbst sollte jeder Halter seine Schildkröte genau beobachten oder ggf. mit ihr zum Arzt gehen, denn kranke Tiere dürfen keinen Winterschlaf halten. Kühlere Temperaturen und weniger Sonnenlicht leitet bei dieser Schildkrötenart die Winterstarre ein. Diese Winterstarre kann bei Temperaturen von 4-6 Grad Celsius entweder im Freiland, in einem dunklen und kühlen Innenraum oder aber auch im Kühlschrank verbracht werden. Die Winterstarre dauert ca. 3-5 Monate und ist meist Anfang März beendet.



Ernährung

Durch ihren kargen natürlichen Lebensraum hat die Vierzehenschildkröte bei ihren Fressgewohnheiten sich darauf eingestellt. Sie frisst so viel sie nur kann. Daher tendiert diese Schildkrötenart als Haustier sehr zu Übergewicht. Dies sollte man bei der Menge des Futters bedenken. Die Vierzehenschildkröte ist ein Pflanzenfresser und zur Fütterung eignen sich Gräser, Kräuter, Disteln, Heu. Grundsätzlich sollte man beim Futter auf einen Rohfaseranteil von ca. 20 % und einem Proteingehalt von ca. 10% achten. Im Sommer, wenn diese Schildkröte die heißen Temperaturen in Freiheit erlebt, sollte – wie in der Natur auch – weniger Futter gegeben werden. Die Jungtiere erhalten das gleiche Futter. Man sollte vor allen Dingen eine zusätzliche Kalzium Gabe nicht vergessen, also zum Beispiel durch abgekochte Eierschalen oder Sepiaschulp. Geschlechtsreife Mit ca. 10 Jahren wird die Vierzehenschildkröte geschlechtsreif, mit 20 bis 30 Jahren ist sie ausgewachsen. Es gibt keine besondere Zeit, in der sich die Schildkrötenart sich paart, da sie allerdings im Frühjahr richtig aktiv sind, findet da auch die Paarung meist statt. Die Männchen sind das ganze Jahr paarungswillig und daher sollte man die Geschlechter besser trennen außerhalb der Paarungszeit halten. Das Weibchen legt nach zwei bis vier Wochen ziemlich große Eier, ca. 5-9, ab. Bei künstlicher Bebrütung mit 28-32 Grad Celsius schlüpfen die Jungtiere nach 60 bis 100 Tagen. In der Natur kann es vorkommen, dass die Jungtiere auch erst im folgenden Frühjahr schlüpfen. Lebenserwartung Die Vierzehenschildkröte ist mit ca. 20 Jahren ausgewachsen und hat eine Lebenserwartung von etwa 60-80 Jahren. Dies sollte man beim Kauf eines Tieres unbedingt beachten.



Generell

Schildkröten werden gerne einmal hochgenommen und mitgetragen – dies sollte man unbedingt vermeiden, da das ein großer Stressfaktor für die Schildkröte bedeutet, die sie auf Dauer massiv körperlich schaden kann.



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