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Schildkröten-Krankheiten erkennen
Häufige Krankheitsbilder und ihre Anzeichen
Kurz gesagt
Viele Schildkröten-Krankheiten gehen auf Haltungs- oder Fütterungsfehler zurück. Wichtige Warnzeichen sind Futterverweigerung, Apathie, Atemgeräusche, ein weicher Panzer oder auffälliger Kot. Bei Krankheitsanzeichen gehört das Tier in eine reptilienkundige Tierarztpraxis.
Vorbeugung: Hygiene
Im Gehege kann sich der Erreger- und Parasitendruck erhöhen, weil die Tiere – anders als in der weiten Natur – immer wieder mit ihren Ausscheidungen in Kontakt kommen. Daher: Trink- und Badewasser täglich wechseln, den Wasserbehälter sauber halten und Kotreste regelmäßig entfernen.
Atemwegsinfekt (Schnupfen, Lungenentzündung)
Ursache ist meist zu kühle Haltung oder Zugluft. Anzeichen: schweres oder geräuschvolles Atmen, Schleim oder Bläschen an Nase und Maul, oft Futterverweigerung, teils Apathie. Das Tier warm und getrennt halten und zeitnah tierärztlich vorstellen.
Durchfall & Verdauungsprobleme
Häufige Ursache ist falsches oder verdorbenes Futter. Anzeichen: breiiger, flüssiger oder übel riechender Kot; bei Verstopfung bleibt die Kotabgabe aus. Eine ausgewogene, faserreiche Fütterung beugt vor; bei anhaltenden Beschwerden tierärztlich abklären.
Magen-Darm-Parasiten
Würmer werden meist über die Nahrung aufgenommen; bei Wildfängen ist das Risiko hoch. Anzeichen: auffälliger Kot, starker Gewichtsverlust, eingefallene Augen, Apathie. Eine Kotprobe beim Tierarzt schafft Klarheit.
Panzerweichung (Rachitis) & Panzerdeformation
Ursache ist ein Mangel an Calcium, Vitamin D3 und UV-Licht, häufig zusammen mit zu energiereicher Fütterung. Anzeichen: weicher, verformter Panzer, Höckerbildung. Vorbeugung: faserreiche, kalziumbetonte Ernährung (z. B. über Sepiaschale), ausreichende UV-Versorgung und kein zu schnelles Wachstum. Bestehende Deformierungen bleiben in der Regel zurück. Wie der Panzer aufgebaut ist: Schildkrötenpanzer.
Legenot
Eine Störung bei der Eiablage, etwa durch ungeeignete Ablageplätze oder zu niedrige Temperaturen. Anzeichen: Das Weibchen gräbt, legt aber keine Eier, zeigt Apathie, Futterverweigerung oder Atemnot. Das ist ein tierärztlicher Notfall.
Verletzungen, Augenentzündung & weitere
Wunden (z. B. durch Hunde oder Marder), Augenentzündungen (oft durch zu kühle, zu trockene Haltung), Milben- oder Zeckenbefall sowie – bei Wildfängen besonders gefährlich – Herpesinfektionen kommen vor. Bei Verletzungen, geschlossenen oder verklebten Augen und allgemeiner Schwäche ist eine tierärztliche Vorstellung angezeigt.