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Schildkröten züchten

Paarung, Eiablage, Bebrütung und Aufzucht

Kurz gesagt

Nach der Paarung legt das Weibchen einige Wochen später Eier in eine selbst gegrabene Grube. In unserem Klima werden die Eier geborgen und im Inkubator bei etwa 28–34 °C bebrütet; nach rund 55–70 Tagen schlüpfen die Jungtiere. Die Aufzucht erfordert UV-Licht, Kalk und maßvolle Fütterung. Bei geschützten Arten gelten Melde- und Nachweispflichten.

Eiablage
ca. 4–6 Wochen nach Paarung
Brut
ca. 28–34 °C
Schlupf
ca. 55–70 Tage
Aufzucht
UV + Kalk

Paarung

Nach der Winterstarre beginnen die Männchen, um die Weibchen zu werben; dabei kann es ruppig zugehen (Verfolgen, Anstoßen, Beißen). Günstig ist eine Gruppe mit mehr Weibchen als Männchen, damit einzelne Tiere nicht überfordert werden. Der Jahresrhythmus (inkl. Winterstarre) ist wichtig für die Fruchtbarkeit.

Eiablage

Etwa 4–6 Wochen nach der Paarung sucht das Weibchen einen Ablageplatz, prüft ihn ausgiebig und gräbt mit den Hinterbeinen eine Grube (rund 15 cm). Die Eier werden abgelegt, vorsichtig platziert und die Grube anschließend verschlossen. Wird das Weibchen zu oft gestört, sollte es vorübergehend getrennt gehalten werden.

Bergung & Bebrütung

Da der mitteleuropäische Sommer für eine natürliche Zeitigung meist zu kühl ist, werden die Eier geborgen und künstlich bebrütet. Wichtig: Die Lage der Eier nicht verändern (oben mit Bleistift markieren) und sie in ein Substrat in einen Brutbehälter legen. Übliche Bruttemperaturen liegen je nach Art bei etwa 28–34 °C. Bei vielen Arten beeinflusst die Temperatur das Geschlecht (wärmer → eher weiblich).

Schlupf

Nach etwa 55–70 Tagen öffnen die Schlüpflinge mit dem Eizahn die Schale; der Vorgang kann sich über Stunden bis Tage ziehen. Reste des Dottersacks werden noch aufgebraucht – die Jungtiere nicht drängen.

Aufzucht der Jungtiere

Jungtiere brauchen ein eigenes Aufzuchtterrarium oder Frühbeet mit denselben Grundbedingungen wie adulte Tiere: lokale Wärme, ausreichend UV-Licht und eine abwechslungsreiche, faserreiche Ernährung. Eine gute Kalkversorgung – etwa über Sepiaschale – ist für die Panzerhärtung wichtig. Nicht überfüttern, da zu schnelles Wachstum Höckerbildung begünstigt. Das spätere Freilandgehege ist von oben (Maschendraht) gegen Vögel, Katzen und andere Tiere zu sichern.

Jungtiere überwintern

Im ersten Jahr fällt die Überwinterung kürzer aus als bei adulten Tieren (in etwa zwei Monate) und wird von Jahr zu Jahr verlängert. Kranke Tiere halten keine Winterruhe. Hintergründe: Winterstarre Schritt für Schritt.

Die Zucht und Abgabe geschützter Arten unterliegt Melde-, Nachweis- und Kennzeichnungspflichten. Vor der Zucht den Schutzstatus klären: Artenschutz & Recht.

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