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Winterstarre bei Schildkröten

Vorbereitung, Temperatur, Dauer und Kontrolle – Schritt für Schritt

Kurz gesagt

Mediterrane Landschildkröten halten eine Winterstarre: eine kältebedingte Ruhephase bei konstant etwa 4–6 °C über mehrere Monate. Vor der Starre wird die Fütterung eingestellt, das Tier auf Gewicht und Gesundheit geprüft und das Gewicht während der Starre kontrolliert.

Temperatur
4–6 °C
Dauer
mehrere Monate
Ort
Kühlschrank / Grube
Kontrolle
Gewicht regelmäßig

Was ist die Winterstarre?

Die Winterstarre ist eine kältebedingte Ruhephase wechselwarmer (poikilothermer) Tiere. Anders als beim aktiven Winterschlaf der Säugetiere senken Schildkröten ihren Stoffwechsel passiv mit der Umgebungstemperatur ab. Umgangssprachlich wird die Winterstarre häufig als „Winterschlaf“ bezeichnet.

Welche Schildkröten halten Winterstarre?

Eine Winterstarre halten vor allem mediterrane Landschildkröten – etwa die Griechische, die Breitrand- und je nach Herkunft die Maurische Landschildkröte. Tropische Arten wie die Indische Sternschildkröte oder die Köhlerschildkröte halten keine Winterstarre. Einige Wasserschildkröten halten eine Winterruhe.

Vorbereitung – Checkliste

  1. Fütterung rechtzeitig einstellen, damit der Darm entleert ist
  2. Tier auf Gesundheit und Gewicht prüfen; im Zweifel Tierarzt
  3. Überwinterung kühl und konstant bei etwa 4–6 °C (z. B. Kühlschrank oder frostsichere Grube)
  4. Box gegen Mäuse/Ratten sichern, Substrat leicht feucht halten
  5. Gewicht regelmäßig kontrollieren; bei über 10 % Verlust Starre abbrechen

Welche Temperatur und wie lange?

Üblich ist eine konstante Temperatur von etwa 4–6 °C. Höhere Temperaturen verhindern die Ruhephase und zehren an den Reserven; Minusgrade sind zu vermeiden. Die Dauer richtet sich nach Art, Alter und Herkunft und erstreckt sich in der Regel über mehrere Monate.

Gewicht kontrollieren

Vor und während der Starre wird das Gewicht dokumentiert. Ein gewisser Verlust ist normal; bei einem Verlust von mehr als etwa 10 % des Ausgangsgewichts oder bei Auffälligkeiten wird die Starre abgebrochen und das Tier langsam aufgewärmt.

Überwinterung im Kühlschrank

Eine verbreitete und gut kontrollierbare Methode ist die Überwinterung im Kühlschrank. Eine luftige Box mit leicht feuchtem Substrat wird in einen separaten Kühlschrank gestellt, der konstant etwa 4–6 °C hält. Vorteile sind die stabile Temperatur und der Schutz vor Frost und Fressfeinden. Wichtig sind ein eigenes, nicht mit Lebensmitteln geteiltes Gerät, gelegentliches Lüften (Tür kurz öffnen), ein Thermometer und die regelmäßige Gewichtskontrolle. Eine „Überwinterung" bei rund 20 °C – etwa im warmen Wohnraum – ist nicht möglich; das Tier kommt dann nicht zur Ruhe.

In der Praxis bewährt: ein separater Kühlschrank ohne Gefrierfach (kein No-Frost-Gerät, um Austrocknung zu vermeiden), in einem nicht zu kalten Raum aufgestellt. Ein externer Thermostat mit Alarm dient als Not-Aus, falls das Gerät zu stark herunterkühlt. Die Überwinterungsbox wird mit etwa zwei bis drei Panzerhöhen leicht feuchtem Substrat und etwas Buchenlaub gefüllt. Die Fütterung wird rund zwei Wochen vor dem Einwintern eingestellt, damit der Darm entleert ist; die Temperatur wird zuvor schrittweise abgesenkt.

Häufige Fragen

Meine Schildkröte will nicht in den Winterschlaf – was tun?
Vor der Starre wird die Fütterung eingestellt und die Temperatur schrittweise abgesenkt, damit das Tier zur Ruhe kommt. Bleibt es auffällig aktiv oder zeigt Krankheitszeichen, ist eine reptilienkundige Tierarztpraxis hinzuzuziehen.

Woran erkenne ich, ob meine Schildkröte die Starre überstanden hat?
Nach dem Auswintern werden die Tiere langsam wärmer gestellt und beginnen, sich zu bewegen, zu trinken und zu fressen. Bleiben Reaktionen aus oder bestehen Zweifel am Zustand, ist eine tierärztliche Abklärung erforderlich.

Kann ich meine Schildkröte im Kühlschrank überwintern?
Ja, das ist eine verbreitete Methode: ein separater Kühlschrank bei konstant 4–6 °C, mit luftiger Box, gelegentlichem Lüften und Gewichtskontrolle. Bei rund 20 °C ist keine Überwinterung möglich.

Diese Übersicht ist eine Kurzfassung und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Vor der ersten Überwinterung empfiehlt sich die Abstimmung mit einer reptilienkundigen Tierarztpraxis.

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